Phasen während des Austauschjahres

Ein Austauschjahr ist wie eine Fahrt mit einer Achterbahn. Zuerst will man unbedingt damit fahren und ist sehr fasziniert von der Vorstellung, dann geht es schnell. Man muss einsteigen und dann kommen die ersten mulmigen
Gefühle. Dann gibt es Hochs und Tiefs. Aber es wechselt sehr schnell. Am Ende ist man ein bisschen traurig, dass es schon vorbei ist, ein bisschen stolz, dass man es überlebt hat, erfreut wieder festen Boden unter den Füßen zu haben
und eigentlich würde man am liebsten sitzen bleiben und nochmals fahren.

So ist es zumindest bei den meisten, hier will ich euch die verschiedenen Phasen zeigen die man während eines Austauschjahres durchmachen kann, nicht jeder macht sie genau so durch, doch die meisten zumindest so ähnlich.


1. Ankunft

Jetzt ist er da, der große Moment auf den du soooo lange gewartet hast, du siehst dass erste mal deine Gastfamilie, die dich mit einigen riesigen "Welcome" Schildern freundlich begrüßt, du bist überglücklich und dir sicher dass es ein tolles Jahr wird. Die siehst dass Haus in dem du ein Jahr lang leben wirst. Familienmitglieder, Nachbarn und Freunde deiner Gastfamilie kommen zu Besuch, alle begrüßen dich und wollen wissen wie es dir gefällt, du kommst dir vielleicht wie ein Promi vor. Doch nach einiger Zeit merkst du den Jetlag, du wirst müde, so so geht dein erster Tag in deiner neuen Heimat zu ende.

2. Das Einleben

In dieser zweiten Phase lernst du deine Umwelt genauer kennen, du lernst deine neuen Regeln kennen, immer noch ist alles aufregend, der Supermarktbesuch, die Fahrt mit dem Schulbus und der tägliche Schulbesuch, du fühlst dich pudelwohl. Doch nach einiger Zeit vergleichst du dein "zuhause auf Zeit" mit Deutschland, du setzt dir Ziele für das Jahr und du merkst wie sich deine Fremdsprachenkenntnisse bessern, du meldest dich das erste Mal im Schulunterricht.
In dieser Zeit ist es wichtig viel mit den "Einheimischen" zu unternehmen, spreche am Besten nur in der Landessprache, diese Phase entscheidet vielleicht darüber, wie deine Mitmenschen dich abstempeln, bist du einer von ihnen, der sich in der Landessprache mit ihnen unterhält und etwas mit ihnen unternimmt oder bist du der der dauernd mit seiner Familie zuhause telefoniert, ständig Deutsch redet und sich nur mit anderen Austauschschülern unterhält?

3. Alltag tritt ein

Du merkst, dass dein neues Leben sich nicht wirklich von deinem Leben "zuhause" unterscheidet. Morgends aufstehen, zur Schule gehen, Hausaufgaben machen und ins Bett gehen.

4. Kulturschock

Nun kann der Kulturschock eintreten! Der Kulturschock ist ein "Gefühl" dass du selber nicht beeinflussen kannst. Du kannst dir aber trotzdem helfen, rede viel mit deinen Gasteltern, erzähle ihnen wie du dich fühlst, schließe dich nicht in dein Zimmer ein, unternehme etwas mit Klassenkameraden oder deinem Gastbruder/Schwester. Lass dich nicht hängen, schau nach vorne!

5. Aktzeptier-Phase

Hier gibt es 3 Untergruppen
5.1 Kampf mit dem Kulturschock
Einige von euch werden weiterhin mit dem Kulturschock zu kämpfen haben, setzt die Regeln oben um und ihr werdet wahrscheinlich ein schönes Jahr haben.
5.2 Versteh-Phase
Du aktzeptierst die neuen Regeln, die neue Lebensweise und deine neue Umwelt entgültig, du lernst viel über die neue Kultur.
5.3 Ich habe dass schönst Jahr meines Lebens Phase
Du hast sehr viele positive Erlebnisse, hast viele neue Freunde gefunden und fühlst dich rundum wohl, du willst gar nicht mehr weg.

Egal zu welcher Gruppe zu gehörst, du kannst stolz auf dich sein, du merkst wie deine Fremdsprachenkenntnisse besser wurden, du hast eine neue Kultur kennen gelernt, neue Freunde gefunden und hast über dich gelernt, sei stolz!

6. Die Zeit vor der Rückkehr

Du freust dich einerseits auf dein Zuhause, andererseits möchtest du dein Leben hier nicht aufgeben, du würdest dein Leben hier am liebsten in deinen Koffer einpacken. Du lasst dein Austauschjahr Revue passieren, denkst darüber nach wie es in Deutschland weitergeht, langsam wirst du immer nervöser weil es bald schon wieder heißt "bye bye". Der Tag des Abschiedes ist da, du verabschiedest dich von deinen Freunden und deiner Gastfamilie und versprichst wieder zukommen.

7. Wieder einleben in Deutschland

Du landest am Flughafen, holst dein Gepäck ab, kommst zur Tür der Empfangshalle und weißt gleich siehst du deine Familie wieder, du bleibst stehen, schnaufst tief durch und gehst durch die Tür, sofort hörst du mehrere Stimmen deinen Namen rufen, "Willkommen zurück in Deutschland"! Die ersten Tage werden sehr stressig, jeder will wissen wie das Jahr war, die Frage "Und, wie war es" hörst du nun mehrmals täglich. Möglicherweise bist du mit deinen Gedanken auch noch im Gastland, du denkst täglich nach was deine Gastfamilie und deine Freunde machen. Du erzählst jedem der es wissen will die selbe Geschichte, irgendwie gefällst du dir in der Rolle des Weltreisenden. Nach einiger Zeit werden die Fragen wie es war einfach nur noch nervig, du merkst wie sehr sich dein Leben in Deutschland, zum Leben in deinem Austauschland unterscheidet, ziehst Vergleiche. Nun ist dein Nachbereitungstreffen deiner Organisation, du siehst alle wieder, die du vor dem Jahr schon gesehen hast und merkst dass du mit deinen Problemen nicht alleine da stehst. In den nächsten Wochen fühlst du dich wieder wohl, dein "komischer Akzent", wie es deine Freunde nennen werden, verschwindet zunehmend, du merkst dass du den anderen Jugendlichen in deinem Alter, um einiges an Erfahrung vorraus bist. Die Schule beginnt wieder, Alltag tritt ein.

Diese 7 Phasen treten nicht bei jedem ein, doch sollen sie euch einen ungefähren Überblick geben wie ein Austauschjahr ablaufen kann.

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