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PI PPP

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Bewerbungsprozess bei Partnership International e.V. für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm.

Geschafft, du hast erfolgreich deine Bewerbungskarte von der Seite des deutschen Bundestages herunter geladen, deinen Wahlkreis (kurz: WK) herausgefunden und gerade
den Umschlag Richtung Köln abgeschickt. Wahrscheinlich werden sich wenige nach diesem Schritt schon informieren, aber ich möchte euch erzählen was danach passiert.

Nach dem du die Karte abgeschickt hast und die formalen Anforderungen (Staatsangehörigkeit: darf alles sein außer der US-Bürgerschaft; Alter, Wohnsitz…)
bekommst du die Bewerbungsunterlagen zugeschickt. Es sind die Applications (oder auch Platzierungsunterlagen) der USA Partnerorganisation AYUSA, die du ausfüllen musst.
Dazu gehören ein Brief von dir und einen deiner Eltern an deine zukünftige Gastfamilie,
ein Gesundheitsbogen deines Arztes, ein Gutachten deines Englischlehrers und eines weiteren und ein paar „essaies“ (kleinere Aufsätze in Englisch, in denen du Fragen beantworten sollst). Des Weiteren machst du Angaben zu deinen Interessen, Hobbies und Charakterzügen.
Füll die Unterlagen sorgfältig aus und schick sie soweit möglich rechtzeitig zurück, Lehrergutachten, Arztattest und Zeugnisse können mit Begründung auch nachgereicht werden (orangenen Zettel!).

Dann heißt es Warten.

Wenn ihnen deine Unterlagen interessant erschienen und sie dich gerne näher kennen lernen möchten, wirst du zu einem Auswahlgespräch (AWG) in deiner Nähe eingeladen.
Mach dir nicht zu viele Gedanken darum, freu dich, dass du Chance bekommen hast, dich vorzustellen und nimm es als Möglichkeit dich zu repräsentieren war.
Zieh dich normal an, wie zur Schule auch und plane genug Zeit für den Weg ein. Besser du wartest eine Stunde, als auch nur fünf Minuten zu spät zu kommen.

Typische Auswahl“orte“ sind Schulen oder Universitäten, die leicht zu finden sind.
Die Termine sind meist Samstag, teilweiße auch unter der Woche oder sonntags (sprich alles ist möglich). In deiner Einladung steht, dass du etwas „über deine Beweggründe“ sprechen sollst, außerdem möchten sie etwas über die deutsche und amerikanische Staatsbürgerkunden wissen. Nimm das Ernst und bereite dich vor. Wichtige Themen sind die Geschichte der Deutschen ab dem ersten Weltkrieg mit besonderem Schwerpunkt auf dem zweiten Weltkrieg, die Entdeckung Amerikas, Unabhängigkeitserklärung, Bürgerkrieg, Civil Right Act. Auch wichtig sind politische Themen, wie Gewaltenteilung und Wahlsystem im Vergleich, Minister, dein Abgeordneter, Rangfolge der politischen Ämter in der BRD.

Dein eigentliches Gespräch läuft, dann wie in etwa wie folgt statt. Du wirst etwas zu früh da sein, mehrere Leute werden vor dem bekannt gegeben Raum stehen. Vielleicht triffst du jemanden, den du kennst. Mehr oder weniger pünktlich wird euch ein Auswähler herein holen, dort setzt ihr euch nach Wahlkreis „geordnet“. Entweder bekommt ihr dann sofort das „Selbstinterview“ ausgeteilt oder erst in der späteren Pause.
Das Selbstinterview ist ein Bogen Papier auf dem ihr zwei Fragen beantworten müsst und
ein paar Kreuze zu eurer „gewünschten“ Gastfamilie macht.
Danach beginnt das Gespräch. Es gibt ca. 4-5 Auswähler, alle waren mit dem PPP unterwegs, gehen noch zur Schule, studieren oder arbeiten schon. Eventuell ist auch ein Mitarbeiter von Partnership International dabei. Sie werden sich vorstellen und erst einmal versuchen euch zu beruhigen. Ich weiß, wie lächerlich sich der Spruch anhört „Wir waren alle mal in eurer Situation“. „Ja, ne is klar. Ihr habt das hinter euch, ich nicht“, oder so was Ähnliches werdet ihr euch denken. Aber denkt einfach nicht darüber nach, was passieren könnte. Entspannt euch, lächeln, Kopf nach oben, in die Augen schauen.
Du schaffst das, du willst in die USA. Mit dem PPP und dass ist das was zählt.

Zuerst stellst du dich auf Englisch vor. Kein Problem, mit seinem gefühlten „Fünfte-Klasse-Englisch“ ist man nicht allein. Du sagt einfach deinen Namen, Klasse, Schule, Alter, Hobbies. Vielleicht fragen die Interviewer nach, aber keine Angst.

Da du dich zumindest ein bisschen vorbereitet hast, werden die Fragen zur politischen Geschichte Deutschlands und der USA kein Problem sein und auch wenn dir mal was nicht einfällt. Keine Panik, lass die anderen auch zu Wort kommen.

Weiter geht’s mit Problemsituationen im Austauschjahr und einer Diskussion zu einem aktuellen Thema. Sprecht ruhig und laut genug, redet genug, dass sie wissen was du denkst, lass die anderen aussprechen und geh auf sie ein.

Jetzt gibt’s erstmal ne Pause, trink was. Beruhig dich, das Meiste ist vorbei.
Ihr werdet draußen warten müssen und dann zu Einzelgesprächen herein gerufen.
Du kannst dich mit den anderen Bewerben unterhalten, macht euch ne Adressliste,
das entspannt das Warten nach deinem AWG ein bisschen. Dann wirst du herein gebeten.
Klopf, lächle. Setz dich und hol tief Lust und warte. Die Auswähler werden jetzt einige Fragen zu deinen persönlichen Bewerbungsunterlagen stellen.

Dann hast du es geschafft. Es dauert zwischen einer und zwei Wochen bist du Antwort bekommst, wenn du keinen Brief erhalten sollst: Du bist eine Runde weiter.
Es folgt eventuell ein Gespräch mit deinem Abgeordneten und weiter die Nominierung.

Mehr Infos zum PPP hier: PPP

There Are 3 Comments To This Article

Kira October 19th, 2008 at 8:02 pm

kevin, ich kenn dich zwar nicht, aber hiermit hast du mir echt geholfen! ich hatte bis jetzt überhaupt keinen plan was ich jetzt alles lernen soll oder was überflüssig ist usw… vielen lieben danke an dich (:

Chris October 22nd, 2008 at 3:08 pm

Hallo Kevin!
Endlich mal was zum Ablauf!!!Super Sache!Da kann man sich gut drauf einstellen.
Herzlichen Dank!

Mandy August 23rd, 2009 at 11:17 pm

Alsoooo…welches Civil Right act war gemeint???
=S
Du warst mir eine große hilfe =D

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