Max Erfahrungsbericht

Schüleraustausch während der Corona-Krise: Max kam früher aus den USA zurück

Die Amerikaner sind einfach viel interessierter und höflicher (manche würden sagen oberflächlicher) und nicht so geschäftig unhöflich wie die Deutschen.

Trotz einiger Lockerungen in verschiedenen Bundesländern, ist auf Grund der Corona-Pandemie noch lange nicht ans Verreisen zu denken. Viele Austauschschülerinnen und Austauschschüler hat die Pandemie mitten in einem der bedeutendsten Jahren ihres Lebens, während ihres Schüleraustausch erwischt. Max hat mit einem AJA Stipendium seinen Schüleraustausch mit Partnership International e.V. in den USA verbracht und berichtet von seiner frühzeitigen Rückkehr nach Deutschland: 

Wie geht es dir jetzt? Bist du gut nach Hause gekommen?

Mir geht es soweit gut, den Jetlag habe ich schnell überstanden. Ich bin einfach zur deutschen Zeit ins Bett gegangen und habe dann ganz normal zehn Stunden geschlafen. Der Flug von New York nach Frankfurt war voll, außer mir waren noch viele andere Austauschschüler im Flugzeug. Meine Eltern waren etwas besorgt, da ich ja im Corona-Hotspot New York umsteigen musste, aber ich hatte ja eine Maske, die mir jemand aus den USA als Geschenk genäht hatte.

Wie wurde das frühzeitige Programmende kommuniziert und wie war die Zeit bis zum Rückflug?

Zum ersten Mal erfahren habe ich davon aus einer WhatsApp-Gruppe, in der viele Austauschschülerinnen und Austauschschüler von Partnership International, sowie ehrenamtliche Mitarbeitende sind. Und einen Tag später hat dann auch mein Gastvater eine E-Mail bekommen. Da meine amerikanische Schule schon seit drei Wochen geschlossen war und die Chancen auf eine Wiedereröffnung vor Schulende Mitte Mai nicht sehr groß waren, haben meine Eltern und ich entschieden, dass ich den nächsten Flieger nach Hause nehme. Das hat dann noch zwei Wochen gedauert.

Wie geht es jetzt für dich in der Schule weiter? Wird dir der Schulbesuch im Ausland hier in Deutschland angerechnet?

Ich muss wie alle anderen Homeschooling machen. Ich habe aber Glück, denn ich habe erstens Lehrer, die vernünftige Aufgaben aufgeben und ich besuche eine Schule, die generell nicht viele Aufgaben aufgibt. Wenn ich da Geschichten von meinen Freunden aus Bonn höre…

Der Schulbesuch beziehungsweise die Kurse, die ich dort belegt habe, werden mir nicht angerechnet. Ich habe meinen Schüleraustausch eingeschoben, um im nächsten Schuljahr in die Oberstufe einzutreten. Ich habe in den USA Kurse besucht, die mir für meine Fächerplanung in der Oberstufe helfen werden. Ich habe zum Beispiel einen anspruchsvollen Kurs in Chemie belegt und hatte dort echt viel zu tun.

Was wirst du am meisten aus deinem Austauschland vermissen?

Die Menschen. Vor allem in der Schule. Dort habe ich viele sympathische Lehrer und Schüler kennengelernt. Die Lehrer sind in Amerika viel freundlicher als hier und auch die Schüler waren mir gegenüber immer freundlich und hilfsbereit. Aber auch Gespräche zum Beispiel mit dem Kassierer im Supermarkt oder im Friseursalon waren viel ausgeprägter. Auch wenn sie mal einen schlechten Tag gehabt haben, haben sie dies nicht gezeigt, sondern waren immer freundlich und interessiert, mit mir ein paar Worte zu wechseln. Die Amerikaner sind einfach viel interessierter und höflicher (manche würden sagen oberflächlicher) und nicht so geschäftig unhöflich wie die Deutschen. Ob dieser Unterschied jetzt an mir liegt, weiß ich nicht, aber so kam es mir zumindest vor. 

Was konntest du für dich mit nach Hause nehmen bzw. was hast du im Schüleraustausch gelernt, auch wenn dein Austauschjahr vorzeitig beendet wurde?

Immer wenn man im Haus irgendetwas sieht, was man bessern kann, z.B. die Spülmaschine leerräumen, dann macht man das auch. So zumindest habe ich es in Amerika gemacht und hier mache ich es selbstverständlich auch. Ich denke, dass ich so mehr Verantwortung übernehme und nicht alles als selbstverständlich sehe. In Amerika habe ich z.B. meine Wäsche auch selbst gewaschen und wir Austauschschüler waren für das Putzen unserer Bereiche inkl. Bad selbst verantwortlich. Das hat mich selbstständiger, aber auch unabhängiger gemacht. Meinen Eltern ist das nach meiner Rückkehr direkt aufgefallen und sie waren sehr begeistert. Ich hoffe, ich kann diese Gewohnheiten hier beibehalten … 😉

Würdest du dich weiter ehrenamtlich für den Schüleraustausch engagieren bzw. anderen empfehlen an einem Schüleraustausch teilzunehmen? 

Ich möchte mich erstmal auf meine Schullaufbahn und das Abitur konzentrieren. Ich weiß ja nicht, was in den beiden letzten Schuljahren noch auf mich zukommt. Nach der Schule möchte ich studieren, und wenn es meine Zeit im Studium erlaubt, könnte ich mir vorstellen, meine Erfahrungen aus den USA an andere Interessierte weiterzugeben.

Max ist einer von vielen Austauschschülerinnen und Austauschschülern, die ihren Schüleraustausch frühzeitig beenden mussten. Austauschjahr.de hatte die Möglichkeit mit weiteren zwei Austauschschülerinnen zu sprechen. Hier kommst du zu Sophies und Mathildas Berichten.

Max war außerdem als AJA Stipendiat im Ausland, wenn du mehr zu Stipendien und Fördermöglichkeiten eines Austauschjahrs wissen möchtest, dann sind folgende Seiten interessant:

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