Mira (2. von rechts) im Schüleraustausch mit Freunden in Argentinien
© Mira Zimmermann

Man lernt mehr als in der Schule möglich ist

Zum Ende meiner Zeit in Argentinien konnte ich mir nicht vorstellen, meine Familie zu verlassen und nicht mehr täglich mit meiner Mama den traditionellen Mate zu trinken und mit der ganzen Familie die ‚copa america‘ zu schauen.

Mira (2. von rechts) im Schüleraustausch mit Freunden in Argentinien
© Mira Zimmermann

Fast schon zwei Jahre nachdem ich nach Argentinien aufgebrochen bin, erzähle ich noch mindestens ein Mal in der Woche von einem Erlebnis aus meiner Zeit im Ausland. Ich bin voll von neuen Eindrücken und Erfahrungen zurückgekommen, die mich stark geprägt und meine Sicht auf Vieles verändert haben.

Schüleraustausch mit Murales und Carnevales

Vieles hatte ich so erwartet: dass ich in meinem Charakter stärker, offener für neue Herausforderungen und neue Kontakte werden und eine Sprache fließend sprechen würde. Doch ich habe so viel mehr gelernt, was vollkommen unvorhersehbar war. Die schönsten Erfahrungen haben meistens Zufälle bewirkt: zum Beispiel, dass ich an den Wänden der Schule Murales (Wandmalereien) malen, im Radio von meinen Erfahrungen berichten, Englisch unterrichten und an den traditionellen Carnevales tanzen würde.

Zurück im deutschen Alltag

Letzten Endes kommt jeder Austauschschüler mit ganz individuellen Abenteuern zurück und muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass das Leben zuhause ganz gewöhnlich weiter geht und nicht mehr so aufregend und reizvoll ist.

Ich war zunächst ziemlich aus der Bahn geworfen, als ich mich plötzlich wieder in meinem Alltag wiedergefunden habe. Das Leben war auch ohne mich weiter gegangen und ich steckte eigentlich noch mitten in meiner Erinnerung an Argentinien. Es hatten sich in dem halben Jahr, das ich im Ausland verbracht habe, neue Freundeskreise gebildet und Traditionen etabliert, an denen ich noch nicht Teil hatte.

Schüleraustausch verbindet Ehemalige

Allerdings war ich auch nicht die einzige, der es so ergangen ist! Ein Großteil der Schüler war eine Zeit lang im Ausland und, auch wenn die erlebte Zeit noch so unterschiedlich war, hat uns die gemachte Erfahrung verbunden.

Nicht wenige von meinen Freunden waren in Lateinamerika und vermissten das Gefühl von südlicher Lebensfreude genauso wie ich. Bis heute spielen wir auf Partys zwischendurch Latino Hits und erinnern uns zusammen an unsere großartige Zeit.

Was die Schule angeht, habe ich mir im Vorhinein große Sorgen gemacht, die sich als völlig unbegründet heraus stellten. In der zehnten Klasse für ein halbes Jahr zu verschwinden, hat sich in keiner Weise in meinen Noten oder möglichen Wissenslücken niedergeschlagen. In Argentinien habe ich sogar Dinge gelernt, die ich ab und zu in den deutschen Unterricht einbringen konnte.

In der Schule aufzuholen ist kein Problem

Selbstverständlich habe ich Themen verpasst, aber der Aufwand, sich diese in den Unterrichtsmaterialien der Mitschüler anzusehen, ist kein Vergleich zu dem, was man gelernt hat, wenn man aus dem Ausland zurückgekommen ist. Eine Sprache längere Zeit täglich gesprochen zu haben, lässt einen vor allem mutig und sicher in ihrem Gebrauch werden. Spanisch spreche ich nicht perfekt, aber ich kann jederzeit alles ausdrücken, was ich möchte.

Insgesamt sollte die Schule bei der Entscheidung, ob man sich auf ein Auslandsjahr einlassen möchte, auf keinen Fall ein Hindernis sein. Man kann sich sicher sein, dass man dort mehr lernen wird, als es in einem halben Jahr in der Schule in Deutschland möglich ist.

Jederzeit willkommen in Argentinien

Zum Ende meiner Zeit in Argentinien konnte ich mir nicht vorstellen, meine Familie zu verlassen und nicht mehr täglich mit meiner Mama den traditionellen Mate zu trinken und mit der ganzen Familie die ‚copa america‘ zu schauen. Mittlerweile weiß ich, dass ich jederzeit willkommen bin, habe aber nur noch selten Kontakt, da das eigene Leben nun mal in Deutschland und das meiner Familie in Argentinien weitergeht.

Nach einem Jahr habe ich meine Familie in San Marcos Sud besucht und wurde sofort wieder in meine Hockeymannschaft, in meine Klasse und das Dorfleben eingebunden. Allerdings hatte ich nicht wieder das Gefühl, so ein selbstverständlicher Teil des Lebens zu sein, wie während meines Schüleraustauschs.

Umso mehr kann ich unbedingt empfehlen, sich zu trauen und sich für eine Zeit auf ein neues Land einzulassen!

Mira verbrachte im Schuljahr 2014/2015 ein halbes Jahr mit Experiment e.V. in Argentinien.

Informationen zum Schüleraustausch in Argentinien

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