Häufige Fragen zum Schüleraustausch – und unsere Antworten

Was heißt eigentlich Schüleraustausch?

Während eines Schüleraustauschs verbringst du ein Schuljahr, Schulhalbjahr oder drei Monate in einem anderen Land. Du gehst dort zur Schule und lebst in einer Gastfamilie. Du lernst das alltägliche Leben in einem anderen Land kennen, lernst ganz nebenbei eine neue Sprache und schließt viele internationale Freundschaften, die oftmals ein Leben lang halten.

Austausch während der Schule oder nach der Schule?

„Du hast noch so viel Zeit, du bist so jung, mach erst mal die Schule zu Ende …“ Vielleicht hast du diese Gedanken schon oft gehört oder selbst gehabt und bist daher unsicher, ob ein Austausch während der Schulzeit das Richtige ist. Wir sind überzeugt: Während der Schulzeit an einem Schüleraustausch teilzunehmen ist das Beste, was du machen kannst. Du kannst dich viel besser auf andere Kulturen und eine andere Familie einlassen als später, gerade weil du noch jung bist.

Kommt dann auch jemand zu mir?

Deine Familie in Deutschland ist nicht verpflichtet, auch eine Austauschschülerin oder einen Austauschschüler zu Hause aufzunehmen – viele Familien machen es aber trotzdem. Einige möchten wissen, wie es für das eigene Kind ist, wenn es in einer Gastfamilie lebt. Andere Familien nehmen einfach auf, weil sie ein Zimmer zu Hause frei haben, während das eigene Kind im Ausland ist – oder weil es zu Hause sonst so ruhig wäre.

Gastfamilie zu werden ist eine ebenso spannende und bereichernde Erfahrung, wie selbst ins Ausland zu gehen. Zeig doch mal deinen Eltern unsere Erfahrungsberichte von Gastfamilien.

Welches Alter ist das richtige für einen Schüleraustausch?

Wenn du zwischen 14 und 18 Jahren alt bist, dann hast du genau das richtige Alter für einen Schüleraustausch. Einige Organisationen bieten Programme für Jugendliche mit 14 Jahren an, bei anderen geht es mit 15 Jahren los. 

Warum sollte ich einen Schüleraustausch machen?

Ein Schüleraustausch ist eine unvergessliche Erfahrung fürs Leben! Du lernst den Alltag und die Schule in einem anderen Land kennen, knüpfst lebenslange Freundschaften und lernst ganz nebenbei eine neue Sprache. Für deine Zukunft ist eine Austauscherfahrung sehr bereichernd. Du wirst dich persönlich weiter entwickeln und bekommst eine neue Perspektive auf dein Leben in Deutschland.

Wie entscheide ich mich für das richtige Land? Welches Land sollte ich wählen?

Es gibt Schüleraustauschprogramme in über 50 spannende Länder – hier findest du eine Übersicht aller Austauschländer für deinen Schüleraustausch. Viele Jugendliche denken bei der Wahl „ihres“ Austauschlandes zuerst an die Sprache und fühlen sich wohler, wenn sie diese schon recht gut können. Vielleicht fasst du aber auch den Mut, eine ganz neue Sprache zu erlernen? In deinem Alter geht das oft schnell und fast nebenbei.

Ein Schüleraustausch bietet dir außerdem viel mehr als nur das Lernen einer neuen oder die Perfektionierung einer bereits bekannten Sprache. Du entwickelst deine Persönlichkeit weiter, siehst die Welt mit anderen Augen, lernst dich neuen Herausforderungen zu stellen und sie zu meistern. Wie wäre es mit einem Land wie Japan, Norwegen oder Ecuador? Stöber doch einfach mal in unserem Programmfinder und entdecke dein Traumland. 

Muss ich die Landessprache schon vor der Abreise können?

Für die nicht-englischsprachigen Länder ist es nur bei wenigen Austauschprogrammen erforderlich, dass du schon Vorkenntnisse in der Landessprache hast, wenn du dich dafür bewirbst. Es ist aber in deinem eigenen Interesse und wird auch von dir erwartet, dass du anfängst, die Landessprache zu lernen, sobald du in ein Austauschprogramm aufgenommen bist. So fällt dir das Einleben im Gastland viel leichter und du findest schneller Kontakt.

Die Englischkenntnisse sind bei Jugendlichen, die aus dem deutschen Schulsystem kommen, so gut wie immer ausreichend, um an einem Austauschprogramm teilnehmen zu können.  In den USA verlangen die meisten Schulen von allen Austauschschülern einen Sprachtest. Auch als durchschnittlicher Schüler besteht man diesen aber ohne Probleme – also mach dir keine Sorgen. 

Was passiert, wenn es mir in meiner Gastfamilie oder Schule nicht gefällt oder ich im Austauschprogramm Probleme habe?

Ein Schüleraustausch ist eine große Herausforderung, denn du bist für eine lange Zeit in einer völlig anderen Umgebung und wirst Höhen und Tiefen erleben. Eine inhaltlich informative und gute Vorbereitung hilft dir dabei, dich schneller und mit der nötigen Offenheit auf ungewohnte Situationen im Gastland einzustellen. Eine gute Betreuung vor Ort ist ebenfalls wichtig, denn du kannst dich so immer an jemanden wenden, der dich unterstützt und dir dabei hilft, Probleme zu lösen.

Die Punkte Vorbereitung und Betreuung sollten daher bei der Auswahl deiner Organisation eine wichtige Rolle spielen. Wenn dir das Einleben in deine Gastfamilie und deine Schule schwerfallen sollte, dann bist du nicht allein und kannst dich an erfahrene Mitarbeiter vor Ort wenden.

Wenn die Chemie zwischen dir und deiner Gastfamilie einfach nicht stimmen sollte oder andere große Konflikte auftreten, die sich nicht durch Gespräche und Kompromisse lösen lassen, hast du die Möglichkeit, mit Hilfe deines Betreuers die Familie zu wechseln.

Muss ich eine Klasse in Deutschland wiederholen, wenn ich ins Ausland gehe, oder kann ich mir das Austauschjahr zu Hause anrechnen lassen?

Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt während der Schulzeit du ins Ausland gehen möchtest. Wenn du bei einem Abitur in 12 Jahren das 10. Schuljahr oder bei einem Abitur in 13 Jahren das 11. Schuljahr im Ausland verbringst, dann ist die Anerkennung nach Beschluss der Kultusministerkonferenz möglich. Wir empfehlen dir, schon vor deiner Bewerbung mit deiner  Schulleitung zu sprechen.

Weitere Informationen findest du in den Informationsflyern des AJA zu den Richtlinien der Bundesländer für die Anerkennung eines Auslandsschuljahres.

Wie kann ich ein Stipendium oder andere finanzielle Unterstützung für meinen Schüleraustausch bekommen?

Viele Austauschorganisationen, Verbände, Stiftungen oder Firmen bieten Stipendien für Schüleraustausch an. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt Schüleraustausch zudem durch Auslands-Schüler-BAföG, einer staatlichen Förderung, die nicht zurückgezahlt werden muss. Hier findest Du einen Artikel zu den verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten.

Wieviel Taschengeld brauche ich?

Die meisten Organisationen geben Taschengeldempfehlungen, die um die 200 Euro monatlich liegen – in etwa das Kindergeld, das deine Eltern für dich bekommen. Die Höhe kann aber je nach Land unterschiedlich sein. Das Taschengeld ist dazu da, viele Dinge abzudecken, die in Deutschland oft von deinen Eltern übernommen werden: Von Duschgel über Schulmaterialien bis hin zu Geburtstagsgeschenken für Freunde oder das gemeinsame Treffen am Abend wirst du einige Ausgaben haben.

Die Höhe der Ausgaben wird auch davon abhängen, wie du deine Freizeit gestaltest, ob du kostenintensive Hobbies hast und wie oft du etwas unternimmst. Im ersten und im letzten Monat wirst du mehr brauchen als in der restlichen Zeit. Zum ersten Mal in deinem Leben wirst du allein für deine Ausgaben verantwortlich sein und lernst auch dabei viel.

Welche Voraussetzungen muss ich für einen Schüleraustausch mitbringen?

Für einen Schüleraustausch solltest du vor allem eigene Motivation mitbringen. Du selbst musst Lust auf dieses Abenteuer und diese Herausforderung haben, nicht deine Eltern. Ohne die Unterstützung deiner Eltern ist dieses Vorhaben aber auch nicht möglich.

Du solltest zudem bereit sein, dich an andere Lebensumstände anzupassen. Vielleicht hast du im Austausch mehrere Gastgeschwister oder einen Hund – vielleicht lebst du auch näher oder weiter von der Schule entfernt als jetzt. Vieles wird anders sein als bei deiner Familie zu Hause. Manches wirst du vermissen, aber vieles auch mit anderen Augen sehen und schätzen lernen. 

Auch deine Gastfamilie und deine Schule haben Erwartungen an dich: Begegne diesen mit Aufgeschlossenheit und Respekt. Sei vor allem neugierig auf eine andere Lebensweise und freu dich auf viele neue Erlebnisse!

Bis wann kann/muss ich mich bewerben?

Ein guter Zeitpunkt, um sich für einen Schüleraustausch zu bewerben, ist nach den Sommerferien des Vorjahres. Die Bewerbungsfristen sind je nach Programmland unterschiedlich. Im Normalfall sollte man sich spätestens vier bis sechs Monate vor dem gewünschten Programmstart angemeldet haben. In manchen Ländern können auf Anfrage auch spätere Anmeldungen noch akzeptiert werden. 

Je früher du dich bewirbst, desto länger ist die Vorbereitungszeit. Und das macht Sinn, denn deine Austauschorganisation benötigt Zeit, um dich in eine Gastfamilie und an eine Schule vermitteln zu können. 

Wie kann ich mir meine zukünftige Gastfamilie vorstellen?

Gastfamilien sind so vielfältig wie das Gastland selbst. Deine Gastfamilie wird daher nicht unbedingt dem traditionellen Familienbild mit Vater, Mutter und Kind entsprechen, sondern auch alleinerziehende oder alleinstehende Gastmütter bzw. -väter und gleichgeschlechtliche Paare mit oder ohne Kinder können deine Gastfamilie sein. Einige Gastfamilien haben uns von ihren Erfahrungen berichtet.

Wann erhalte ich Informationen zu meiner Gastfamilie?

Eine passende Gastfamilie zu finden ist oft sehr zeitaufwändig: Die Partnerorganisation im Ausland möchte sichergehen, dass du gut untergebracht bist, und schaut sich die Gastfamilie genau an. Umgekehrt möchte auch die Familie vorher mehr über dich und über ihre Verpflichtungen im Schüleraustausch erfahren.

Es kann deshalb durchaus vorkommen, dass du erst kurz vor Abreise den Namen deiner Gastfamilie erfährst. Oft ist auch etwas Glück dabei, ob es für Dich sehr schnell geht oder erst nach einigen Monaten eine Gastfamilienadresse feststeht. Der Zeitpunkt der Vermittlung sagt aber nichts darüber aus, wie gut ihr zusammenpasst.

Kann ich mir eine Gastfamilie aussuchen?

Üblicherweise erfolgt eine Vermittlung – und die Familie steht dann fest. Die Partnerorganisation hat sich im Vorfeld davon überzeugt, dass die Familie in der Lage ist, dich wie ein weiteres Familienmitglied bei sich aufzunehmen.

Einige Organisationen bieten aber auch die Möglichkeit, in einer von dir selbst benannten Gastfamilie zu leben, zum Beispiel bei Freunden von deinen Eltern. Insbesondere in den USA kommt das häufiger vor.

Ist es möglich, die Gastfamilie zu wechseln?

Es kann immer mal vorkommen, dass es zwischen dir und der Gastfamilie nicht passt – auch, wenn sich deine Ansprechpartner vor Ort immer bemühen werden, dass ein Zusammenleben dauerhaft möglich ist, bevor man gleich einen Wechsel vorschlägt. Ein Gastfamilienwechsel ist grundsätzlich immer möglich, doch zunächst erwartet man, dass alle Beteiligten erst einmal auf den Tisch bringen, was nicht so läuft wie man sich das vorgestellt hat, und sich um eine Lösung bemühen.

Welche Schulklasse werde ich besuchen?

Die Schule im Gastland entscheidet, in welche Schulklasse du eingestuft wirst. Sie berücksichtigt dabei üblicherweise dein Alter, deine Klassenstufe in Deutschland sowie deine Sprachkenntnisse. Einige Fächer werden dir vielleicht schwerer fallen als zu Hause, andere wiederum leichter.

Kann ich mir meine Schulfächer aussuchen?

Die Auswahl der Fächer ist je nach Gastland sehr verschieden. Denn in jedem Land ist das Schulsystem ein bisschen anders. Empfehlenswert und auch sinnvoll ist es, die Landessprache und auch das Fach Geschichte zu belegen. So lernst du dein Gastland und seine Sprache automatisch besser kennen.

Auch Mathematik ist ein Fach, das während des Austauschjahrs weiter gepaukt werden sollte. Darüber hinaus bietet jedes Land Schulfächer, die man in Deutschland nicht im Lehrplan findet. Das macht den Schulbesuch im Ausland ja gerade so spannend! Weitere informationen zu den Schulsystemen findest Du in unseren Informationen zu den jeweiligen Austauschländern.

Wer ist mein Ansprechpartner vor Ort?

Während deines Austauschs ist es wichtig, dass du jemanden hast, an den du dich wenden kannst, wenn du Fragen, Sorgen oder Ängste hast oder wenn dich mal das Heimweh plagt. Selbst wenn du meinst, dass du das nicht brauchst, ist es wichtig zu wissen, dass da jemand ist, den du jederzeit ansprechen kannst.

Deine Austauschorganisation in Deutschland arbeitet mit einer Partnerorganisation in deinem Austauschland zusammen. Diese teilt dir vor deiner Ausreise nicht nur deine Gastfamilienadresse mit, sondern auch die Kontaktdaten deiner Betreuungsperson, die dir vor Ort zur Seite stehen wird. Oft organisiert sie auch während der Austauschzeit Treffen, bei denen du andere Austauschschüler und ihre Gastfamilien kennenlernst.

Dürfen mich meine Eltern während meines Auslandsaufenthalts besuchen?

Wir raten von Familienbesuchen während des Austauschprogramms ab, denn das erschwert die Eingewöhnung und das Erleben einer fremden Kultur. Einige Austauschschüler planen stattdessen aber zum Beispiel eine gemeinsame Reise mit ihren Eltern am Ende des Austauschjahres.

Kann ich mich zusammen mit meiner Freundin anmelden?

Ein Austauschjahr ist für jeden Jugendlichen ein individuelles Erlebnis. Du wirst Teil einer Gastfamilie, die dich als vollwertiges Familienmitglied bei sich aufnimmt. Du wirst an deiner Schule viele neue Freundschaften schließen und insgesamt eine ganz neue Welt kennenlernen. Das sind Erfahrungen, die du für dich selbst entdecken und erleben solltest.

Grundsätzlich ist es aber möglich, dass du dich gemeinsam mit deiner Freundin bei der gleichen Organisation für ein Austauschjahr anmeldest. Die Vorbereitung zusammen zu erleben, kann für euch beide vielleicht sogar hilfreich sein. Mit Beginn des Austauschjahrs werden eure Erfahrungen dann aber bestimmt sehr unterschiedlich sein, weil jeder Schüleraustausch eben so individuell ist, wie der Jugendliche und die Gastfamilie, die ihn gemeinsam erleben.

Kann ich vorher mit jemandem sprechen, der selbst in meinem Austauschland war?

Das würden wir dir sogar empfehlen. Unsere Erfahrungsberichte von ehemaligen Austauschschülerinnen und -schülern über ihren Schüleraustausch geben dir einen guten Eindruck von den Erfahrungen anderer Jugendlicher. Auch die Bewertungen der einzelnen Programme durch ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer helfen dir sicherlich weiter. Wenn du persönlich niemanden an deiner Schule kennst, den du mit Fragen löchern kannst, dann hilft dir deine Austauschorganisation auch gern mit Kontakten weiter.