Austauschschüler werden: Alles, was du wissen musst

Alles, was du wissen musst, wenn du Austauschschüler oder Austauschschülerin werden möchtest

Du möchtest Austauschschülerin oder Austauschschüler werden und an einem Programm für Schüleraustausch teilnehmen? Hier findest du alle wichtigen Informationen. Sei es in den USA, Neuseeland, Kanada, England, Irland, Japan oder Australien: Von der Frage „Warum überhaupt?“ über die Kostenfrage, Gastfamiliensuche, Stipendien bis hin zur Länderwahl bekommst du hier einen guten Überblick.

Warum solltest du Austauschschülerin oder Austauschschüler werden?

Ein Schüleraustausch ist eine ganz besondere prägende Erfahrung. Als Austauschschülerin oder Austauschschüler wirst du in einer Gastfamilie leben und so die Kultur bis zu einem Jahr miterleben. Du wirst Teil der Schulgemeinschaft und fühlst dich schon schnell in deiner neuen Umgebung zuhause. Es gibt zahlreiche Argumente, die für einen Schüleraustausch sprechen, hier findest du eine Auswahl warum es sich für dich lohnt Austauschschüler oder Austauschschülerin zu werden:

Die Welt mit anderen Augen sehen

Andere Länder, andere Sitten. Im Schüleraustausch lernst du andere Denk- und Handlungsweisen kennen. Im Austausch mit deiner Gastfamilie, Mitschülern und anderen Austauschschülern erfährst du deren Sichtweise und so ist es dir am Ende deines Auslandaufenthalts möglich in verschiedenen Situationen die Perspektive zu wechseln. Das ist eine wertvolle Eigenschaft, die du dir am besten durch eine interkulturelle Begegnung wie den Schüleraustausch aneignest. Zurück in Deutschland wirst du die Welt mit anderen Augen sehen.

In „null-komma-nichts“ eine Sprache lernen

Jahre langes Vokabel pauken um eine Sprache zu beherrschen ist vielleicht in der Schule hier in Deutschland nötig, aber nicht wenn du einem Programm des Schüleraustauschs teilnimmst. Als Austauschschülerin oder Austauschschüler in England, den USA, Costa Rica oder auch Japan lernst du die Sprache ganz nebenbei und erstaunlich schnell. Vorkenntnisse sind hier nicht nötig. Am Ende deines Schüleraustauschs wirst du ganz selbstverständlich, ohne groß nachzudenken in der Sprache deines Gastlandes kommunizieren, denken und manchmal sogar träumen.

Kultur leben

Als Austauschschülerin oder Austauschschüler kannst du die Kultur deines Gastlandes am aller besten kennen lernen. Während du als Tourist nur von sehr weit außen Dinge beobachten kannst, wirst du sie im Schüleraustausch mittendrin kennen, lieben und leben lernen. In der Anfangszeit wirst du einiges wahrscheinlich noch nicht verstehen oder überlegen warum deine Gastfamilie „ok“ sagt aber „nein“ meint. Im Laufe des Austauschprogramms wirst du viele kulturelle Unterschiede aber verstehen lernen und manches sogar mit nach Deutschland nehmen.

Eine neue Familie und Freunde fürs Leben gewinnen

In deiner Gastfamilie wirst du wie ein weiteres Familienmitglied aufgenommen und so wird aus Gastfamilie ganz schnell Familie und aus Gasteltern werden Eltern. Du bekommst also neben einem neuen zuhause auch eine weitere Familie. Mit der du auch nach dem Schüleraustausch weiterhin in Kontakt stehen wirst. Oft kommt es zu einem Gegenbesuch, wo du dann deiner zweiten Familie dein deutsches Zuhause zeigen kannst. Neben deiner Gastfamilie wirst du dir einen Freundeskreis aufbauen. Schulfreunde oder Freundschaften, die sich in Freizeitaktivitäten finden, aber auch andere Austauschschüler, mit denen du Kontakt hast, werden deine Zeit im Ausland zu einer unvergesslichen Zeit machen. Nach deinem Schüleraustausch wirst du ein internationales Netzwerk an Freunden haben, die du besuchen kannst.

Upgrade für deinen Lebenslauf

Auch dein späterer Arbeitgeber liest gerne, dass du einen Schüleraustausch absolviert hast, Auslandserfahrung, interkulturelle Kompetenzen, sowie Fremdsprachkenntnisse besitzt. In der immer globaler und internationaler vernetzten Welt, sind diese interkulturellen Programme und daraus resultierenden Kompetenzen von großer Bedeutung. Ein Schüleraustausch im Lebenslauf erhöht definitiv deine Chancen in der zukünftigen Arbeitswelt.

Erwerbe sozialer und interkultureller Kompetenzen

Indem du im Ausland selbstständig eine Sprache lernst, dich in deiner Gastfamilie zurechtfindest, dir ein neues Zuhause schaffst, einen neuen Freundeskreis aufbaust und dich an die Verhältnisse im Ausland anpasst, machst du viele wertvolle Lernerfahrungen. Diese führen dazu, dass du reifer wirst, deine Persönlichkeit weiterentwickelst und verschiedene interkulturelle und soziale Kompetenzen erwirbst. Du wirst offener gegenüber anderen Denk- und Handlungsweisen, flexibler, reifer und es wird dir möglich sein die Perspektive zu wechseln.

Probiere neue Dinge aus

Als Austauschschülerin oder Austauschschüler in einem fremden Land kannst du viele verschiedene neue Dinge ausprobieren. Das gilt für das Essen, sowie für Sportarten und andere Freizeitaktivitäten. Das gute dabei ist: Du besitzt den „Austauschschüler-Bonus“, keiner erwartet von dir, dass du es von vornherein kannst oder es dir gefällt. Du musst also keine Angst haben Fehler zu machen oder dass es beim ersten Mal nicht klappt. Auch bei der Sprache musst du dir keine Sorgen machen, wenn du nicht schnell genug fehlerfrei sprichst. Durch Fehler lernt man und alle haben Verständnis dafür.

Räume mit Vorurteilen auf

Nicht nur du wirst Menschen verschiedener Nationen kennen lernen und sehen, dass es in den USA  nicht nur Burger zum Mittag gibt oder in Japan mehr als Sushi auf der Speisekarte zu finden ist. Im Gastland wird es sicherlich auch Vorurteile über Deutsche geben, wo du berichten und als Vorbild voranschreiten kannst. Durch den Austausch haben beide Seiten etwas vom Schüleraustausch. Du lernst deren Welt kennen und berichtest oder zeigst Bilder aus deinem deutschen Zuhause, deinen Eltern, deiner Familie oder deinen Hobbys.

Erlebe ein unvergessliches Jahr

Insgesamt wird es ein kunterbuntes Jahr werden, an das du dich noch viele Jahre und Jahrzehnte erinnern wirst. Immer wieder wird es Gelegenheiten geben, an denen du von deinem Auslandsjahr berichtest, dich daran erinnerst, davon profitierst oder Freunde und Familie besuchst. Es ist kein Jahr wie jedes andere auch. Es ist ein ganz besonderes Jahr, in dem du viel dazu lernst, tolle Erfahrungen machst und mit Menschen aus der ganzen Welt in Kontakt trittst. Die Erfahrungsberichte ehemaliger Austauschschüler zeigen dir viele weitere Gründe, warum sich ein Schüleraustausch lohnt.

Welche Kosten kommen auf dich zu?

Eine der häufigsten Fragen richtet sich nach den Kosten. Sicherlich wollen deine Eltern vor allem wissen: Wie viel kostet so ein Schüleraustausch eigentlich? Ganz umsonst ist es natürlich nicht.

Zunächst einmal steht hier der Programmpreis. Hierbei variieren die Kosten je nach Austauschorganisation und Austauschprogramm von 1.900 € bis 30.000 €. Das ist ein großer Unterschied, der durch unterschiedliche Dauer der Programme und Inklusivleistungen zustande kommt. Achte bei deiner Entscheidung für ein Programm und beim Vergleichen unterschiedlicher Programme bzw. Anbieter deshalb genau auf die Inklusivleistungen: Musst du den Flug extra zahlen? Ist eine Kranken- und Haftpflichtversicherung im Preis inklusive? Sind Vorbereitungsseminare und pädagogische Begleitung vor und während des Programms dabei, extra zu zahlen oder womöglich nicht vorhanden? Werden die Gastfamilien vom Programmpreis bezahlt oder sind es ehrenamtliche Gastfamilien, die aus reinem Interesse eine/n Austauschschüler*in aufnehmen? In manchen Ländern gibt es Schulgeld, das muss auch mitbedacht werden. Wenn diese Leistungen nicht transparent auf dem Internetauftritt oder in Informationsmaterialien zum Schüleraustausch zu erkennen sind, kannst du am besten telefonisch oder per Mail Kontakt mit der jeweiligen Organisation aufnehmen und diese erfragen.

Eventuell anfallende Visumskosten werden in der Regel nicht von der Organisation getragen.

Neben dem Programmpreis kommt monatliches Taschengeld für Freizeitaktivitäten hinzu. Je nach Land variiert hier die Höhe des empfohlenen Betrags.

Zusammengefasst gehören zu den Kosten für den Schüleraustausch:

  • Programmpreis
  • Ggf. Exatrakosten, die nicht im Programmpreis enthalten sind: Flug, Versicherungen, usw.
  • Ggf. Schulgeld
  • Ggf. Visumskosten
  • Monatliches Taschengeld

Welche Stipendien gibt es?

Aber nicht jeder muss den kompletten Programmpreis für den Schüleraustausch zahlen. Es gibt verschiedene Stipendien und zahlreiche Möglichkeiten der finanziellen Förderung. Für die USA gibt es das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP). Hier fördert der Deutsche Bundestag über ein Vollstipendium alle aufkommenden Kosten. Außerdem vergeben Verbände, Vereine, Institutionen, Verbände und manche Austauschorganisationen selbst Teilstipendien. Eine weitere Möglichkeit ist Schüler-Auslands-BAföG zu beantragen. Nähere Informationen zu Stipendien und Fördermöglichkeiten haben wir hier für dich zusammengestellt. 

Wie findest du eine Gastfamilie?

Allgemein ist für die Suche der Gastfamilie die Austauschorganisation zuständig. Wenn diese eine Gastfamilie für dich gefunden hat, wirst du mit allen wichtigen Informationen kontaktiert. Wundere dich nicht, wenn das ein bisschen dauert. Du wirst auf jeden Fall eine Gastfamilie bekommen. Abweichend von diesem Regelfall gibt es je nach Organisation die Möglichkeit selbst eine Gastfamilie zu finden und dort direkt platziert zu werden. Spreche das auf jeden Fall mit deiner Austauschorganisation ab. Manchmal gibt es sogar Preiserlass, wenn du selbst eine Gastfamilie findest, andere Organisationen übernehmen die Gastfamiliensuche lieber selbst.

Ungern gesehen ist, wenn deine selbstgefundene Gastfamilie deine eigene Verwandtschaft ist. Das hat den einfachen Grund, dass du so viele Erfahrungen im Schüleraustausch missen würdest, die du machst, wenn du dich in einer Familie integrierst, die du noch nicht persönlich kennst.

Welches Austauschland ist für dich geeignet?

Aber welches Land passt zu dir? Am besten stöberst du mal ein bisschen in den Länderseiten, Erfahrungsberichten und im Blog. Jedes Land hat ein Für und Wider. Weitentfernte tropische Länder bieten dir eine komplett andere Lebenswelt, hingegen wirst du Freunde und Gastfamilie in einem europäischen Ausland nach deinem Auslandsjahr schneller wieder besuchen können. Außerdem kannst du dir über das Klima Gedanken machen: Bist du eher Sommer- oder Wintertyp? Oder gibt es eine Sprache, die dich besonders interessiert und noch nicht kannst? Möchtest du beispielsweise dein Englisch verbessern, sind Großbritannien  die USA, Kanada, Australien oder Neuseeland eine gute Wahl für deinen Schüleraustausch. Auch kannst du dir überlegen, ob es eine Sportart oder Hobby gibt, die länderspezifisch sind und du gerne ausprobieren möchtest. Als Manga-Fan wirst du nach deinem Auslandsjahr in Japan die Mangas im Original lesen können. Club-Mate ist dein Lieblingserfrischungsgetränk? Lerne in Argentinien, Uruguay, Chile, Paraguay, Bolivien oder Brasilien den echten Mate kennen. Dich faszinieren Polarlichter und du bist für Wintersport immer zu begeistern? In Finnland, Norwegen oder Schweden wirst du im Schüleraustausch viel Spannendes entdecken können. Außerdem kannst du die Essgewohnheiten mit in deine Entscheidung einbeziehen: Falls du keinen Fisch isst, sind Länder wie Japan, Norwegen oder Dänemark wahrscheinlich nichts für dich.

Informiere dich und lass dich von unserer Seite inspirieren! Außerdem hilft es mit ehemaligen Austauschschülern zu sprechen und von ihren Erfahrungen zu hören.

Nachdem du dich für ein Land entschieden hast kannst du die unterschiedlichen Programme vergleichen und dich über Austauschorganisationen informieren. Bei uns  bekommst du einen Überblick über die Bandbreite an Austauschorganisationen. Von hieraus kommst du direkt auf die Homepage der jeweiligen Austauschorganisation und du kannst dich für dein gewünschtes Programm anmelden.

Du interessierst dich für den Schüleraustausch? 

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