Mein Schüleraustausch in Kanada

Mein Schüleraustausch in Kanada

Meine ersten drei Monate in New Brunswick

Dann habe ich in der dritten Stunde Outdoor Education. Das ist eines meiner Lieblingsfächer. Denn wir sitzen nicht nur im Klassenraum und machen Theorie, nein, wir gehen auch raus Zum Beispiel sind wir für eine Nacht campen gefahren oder wir gehen raus und zünden Feuer auf dem Schulgelände an (keine Sorgen, dafür gibt es hier spezielle Feuerstellen und Vorgehensweisen) und machen Marshmallows über dem Feuer. 

Moin Moin aus Kanada, mein Name ist Torben und ich bin 17 Jahre alt. 

Es sind bereits drei Monate vergangen, seit ich in New Brunswick angekommen bin. Seitdem ist eine Menge passiert, so viel, dass ich einen Roman alleine über die ersten Monate schreiben könnte. Mit diesem Erfahrungsbericht möchte ich euch einen Einblick in die letzten Wochen gewähren und euch zeigen, wie großartig Kanada ist. Ich bin in eine schöne Stadt im Norden New Brunswicks angekommen und gehe hier auf eine der zwei High Schools. Meine Gastfamilie hat ein wunderbar großes Haus mit einem riesigen Garten, an einem Fluss. Meine Gasteltern sind tolle Menschen, sie sind beide in Rente und haben selber Kinder, die schon Erwachsen sind. Ich habe drei Gastgeschwister, die auch Austauschschüler sind. Eine Gastschwester aus Italien, eine Gastschwester aus Japan und einen Gastbruder aus der Türkei. Wir leben alle zusammen in meinem neuen Zuhause auf Zeit und verstehen uns klasse.

Lasst uns von vorn anfangen. Da ich in der Nacht in Kanada angekommen bin, habe ich die erste Nacht in einem Hotel verbracht. So startete ich meinen ersten Tag in einem Hotel, in dem mich meine Gastmutter gemeinsam mit meiner italienischen Gastschwester am Morgen abgeholt hat. Ich war das zweite Gastkind, das angekommen ist. Ein paar Stunden später haben wir dann meinen türkischen Gastbruder abgeholt. Danach sind wir zum ersten Mal nach Hause gefahren. Dort habe ich dann auch meinen Gastvater kennengelernt. 

Am ersten Morgen in meinem neuen Zuhause habe ich dann etwas den großen Garten erkundet und viel mit meiner Gastfamilie unternommen. Am Tag danach kam meine japanische Gastschwester an. Wir haben sie alle zusammen vom Bus abgeholt. Der nächste Tag war auch schon unser erster Schultag und der war anders als erwartet, denn wir haben bei der Einschulung der 9. Klässler mitgemacht. Das hat ziemlich viel Spaß gemacht, da wir in die Turnhalle gegangen sind und dort Spiele gespielt haben. Danach sind wir in den Theater Hörsaal gegangen, wo wir dann mit einem Willkommens-Video begrüßt wurden. Im Anschluss wurden wir Austauschschüler noch einmal, von der für uns zuständigen Person, in einem separaten Raum begrüßt und in Gruppen durch die Schule geführt. Am nächsten Tag war dann unser erster richtiger Schultag.

Wie bereits erwähnt, gibt es hier im Ort zwei Highschools. Einmal die, auf die ich gehe und einmal die, auf der anderen Seite des Flusses. Ihr müsst nämlich wissen, dass die Stadt hier von einem breiten Fluss in zwei Teile geteilt wird. Das Schulsystem in Kanada unterscheidet sich komplett von dem in Deutschland. Fangen wir damit an, dass ich jeden Morgen von einem großen gelben Schulbus abgeholt werde der mich bis zur Schule fährt. In der Schule angekommen, sitze ich dann ungefähr 20 Minuten in der Cafeteria, weil der Unterricht erst um 08:25 Uhr beginnt. Noch ein Unterschied sind die Unterrichtsfächer, wir haben hier fünf Fächer pro Tag und jetzt kommt etwas, das mich sehr überrascht hat. Wir haben jeden Tag der Schulwoche dieselben 5 Unterrichtsfächer. Die Schule beginnt, wie schon gesagt um 08:25 Uhr und endet um 15:05 Uhr. Jedes Fach geht eine Stunde und fünf Minuten.  

So etwas wie Hauptfächer haben wir hier nicht, aber man kann wählen, welche Fächer man haben möchte. Also ich konnte das nicht wirklich, weil ich bestimmte Fächer für meine Schule in Deutschland haben muss. Ich habe in der ersten Stunde Nutrition. Da lernen wir alles mögliche im Zusammenhang mit Essen, zum Beispiel über Vitamine, wofür sie gut sind und wo wir sie herbekommen. In der zweiten Stunde habe ich Pre-Calculus, das ist Mathe. Ich habe lustigerweise Pre Calculus 12, obwohl ich auch hier in die 11. Klasse gehe. Es heißt Pre-Calculus, weil du das braucht, um dann später Calculus machen zu können. Ich muss sagen, dass Mathe hier einfacher ist als in Deutschland. Nicht nur weil die Themen einfacher sind, sondern auch der Fortschritt, den wir im Unterricht machen, ist langsamer. So ist es leicht verständlicher. Ja, wir schreiben regelmäßig Tests und Reviews, aber die sind nie sonderlich schwer, da einem das Thema gut verständlich gemacht wurde. 

Dann habe ich in der dritten Stunde Outdoor Education. Das ist eines meiner Lieblingsfächer. Denn wir sitzen nicht nur im Klassenraum und machen Theorie, nein, wir gehen auch raus Zum Beispiel sind wir für eine Nacht campen gefahren oder wir gehen raus und zünden Feuer auf dem Schulgelände an (keine Sorgen, dafür gibt es hier spezielle Feuerstellen und Vorgehensweisen) und machen Marshmallows über dem Feuer. 

Nach der dritten Stunde haben wir dann Mittagspause. Diese geht von 11.50 Uhr bis 12:50 Uhr. Es ist unsere einzige wirkliche Pause. Man kann sich entweder etwas in der Cafeteria kaufen, mit dem Lunch Bus in die "Stadt" fahren oder man bringt sich sein eigenes Essen mit. Ich habe das Glück, dass meine Gastmutter uns allen Lunch macht, den wir dann mit zur Schule nehmen können. Normalerweise macht sie uns leckere Sandwiches. Nach der Mittagspause habe ich dann Englisch und auch hier war ich überrascht, was in der 11. Klasse im Unterricht gelehrt wird. Das letzte Thema hier war Satzglieder. Dann zu guter Letzt habe ich Wellnes, welches eigentlich ganz normaler Sportunterricht ist. Mein Schulbus kommt dann um 15:35 Uhr und bringt mich wieder zurück nach Hause. 

So, jetzt haben wir genug über die Schule gesprochen, lasst uns jetzt über andere Abenteuer sprechen, wie zum Beispiel die Orientation, die ich gemeinsam mit anderen Austauschschüler*innen gemacht habe. Auf der wir viele tolle Spiele gespielt haben und wir erneut über Regeln, Normen und Werte in Kanada aufgeklärt wurden. Mein Highlight war das Bogenschießen (ohne echte Pfeile). Das Treffen hat uns allen viel Spaß gemacht. 

Kurz nach dem Treffen hatte meine japanische Gastschwester Geburtstag und wir haben eine Überraschungsparty für sie organisiert. Unsere Freunde aus der Schule und andere Austauschschüler*innen kamen zu uns nach Hause. Wir haben Spiele gespielt und am Abend sind wir gemeinsam zu unserem ersten Eishockeyspiel gegangen. Es war nicht nur das erste Eishockeyspiel, das ich in Kanada gesehen hatte, es war auch das erste Eishockeyspiel, dass ich in meinem Leben überhaupt gesehen habe. Bis heute hat unsere Gastmutter uns häufig mit nach Moncton genommen um dort shoppen zu gehen und uns etwas herumzuführen, doch Moncton war noch nicht das einzige, das unsere Gastmutter uns gezeigt hat. Als erstes hat sie uns nach Halifax mitgenommen, wo wir Freunde meiner Gastmutter kennengelernt haben und wir mit ihnen gemeinsam auf Märkte gegangen sind. und in Museen über die Geschichte Kanadas, insbesondere über Halifax. 

Leuchtturm Peggy Cove
Leuchtturm Peggys Cove

Unter anderem waren wir im zweitältesten Haus Kanadas, das war erstaunlich. Da wir für 3 Nächte in Halifax waren, konnten wir dort eine Menge sehen. Wir waren in der Mall, in Museen, sind spazieren gegangen und haben Zeit mit den Freunden meiner Gastmutter verbracht. Auf dem Rückweg sind wir dann noch zum Leuchtturm Peggys Cove gefahren. Er war relativ bepackt mit Touristen, jedoch war es dennoch ein tolles Erlebnis. 

Zurück in der Schule sind wir, also meine beiden Gastschwestern und ich, nach der Schule häufig mit Freunden zu Tim Hortons gegangen und haben eine heiße Schokolade getrunken. Als dann eine Freundin von uns Geburtstag hatte, hat sie uns zum Bowling eingeladen. Leider habe ich nicht gewonnen, dafür aber meine italienische Gastschwester. Etwas, das auch wieder wirklich Spaß gemacht hat, war, als wir mit der Schüleraustauschgruppe nach Howell Rocks gefahren sind und danach zu einer Mall in Moncton, doch mein Highlight des Tages war die Lichter Show “Akadi Lumina”. Es war ein wirklich beeindruckender Rundgang. 

Ich hatte ja von Outdoor Education erzählt und dass wir campen waren. In diesem Zusammenhang sind wir zum Fundy Park gefahren. Auch dies war ein sehr aufregender Ausflug. Die ganze Klasse hat gemeinsam Spiele gespielt, wir haben Marshmallows gegrillt, gekocht, in Zelten geschlafen und viel über die Natur gelernt. Außerdem haben wir kleine Wanderungen gemacht.

Der wahrscheinlich beste Ausflug, den ich hier Kanada bis jetzt gemacht habe, war als meine Gastmutter uns vier nach Quebec City und dann nach Montreal gefahren ist. Quebec City ist wunderschön und es sieht mehr nach Europa aus als nach Kanada, damit meine ich die Architektur der Stadt. Da es schon November war, war es ziemlich kalt und es war eine schöne Überraschung, als es angefangen hat zu schneien. Die Läden dort waren schon voll auf Weihnachten vorbereitet und es war wunderschön, mit diesen Vibes durch die Stadt zu laufen und sich die tolle Dekoration anzuschauen. Am nächsten Tag sind wir dann weiter nach Montreal gefahren. Montreal sieht vielmehr nach einer Metropole aus. Wir haben in einem Hotel mit toller Aussicht im 7 Stockwerk geschlafen. Wir sind zu mehreren Malls gegangen und haben uns die Stadt angeschaut. Wir sind dann zum Omega Parc gefahren. Das ist wie ein Zoo, nur dass man im Auto sitzen bleibt und durch die Gehege der Tiere fährt. So erlebt man viele Tiere hautnah.

Zurück Zuhause konnten wir dann tatsächlich Polarlichter sehen, aber leider nur durch die Kamera unserer Handys. Es war trotzdem ein wirklich schönes Erlebnis. In unserem Garten, hatten wir Besuch von einem echten freilebenden Bären, es war ein kleiner Bär und zum Glück war niemand von uns zu diesem Zeitpunkt im Garten. Das war sehr aufregend!

Das waren einige meiner Erlebnisse der letzten drei Monate und ich hoffe Ihr konntet einen guten Einblick in mein Abenteuer Kanada erhalten.

Bis zum nächsten Mal.  Viele Grüße aus Kanada.

Mehr Informationen zum Schüleraustausch nach Kanada mit YFU.

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