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Mein Schüleraustausch mit Volunta in Cádiz / Spanien 2018

“You will never be Home completely again, because part of your heart will always be elsewhere, mine is in Cádiz.” 

Strand in Cadiz

Angefangen hat alles in Barcelona. Wir hatten dort eine Art „Vorbereitungswochenende“ mit Sightseeing, aber auch einer Präsentation über das Verhalten in Spanien und die verschiedenen Manieren usw. Es war total schade, dass wir so schlechtes Wetter hatten, aber trotzdem war es eine tolle Erfahrung für mich. Ja und dann hieß es, ab in den Zug und zu den Gastfamilien in Cádiz.

Meine Gastfamilie hier ist super nett, auch wenn sie schon etwas älter sind, aber das hat ja nichts zu bedeuten. Ich wohne hier in einem Mehrfamilienhaus ziemlich nahe am Strand. Die Wohnung ist meiner Meinung nach relativ groß. Ich habe mein eigenes Zimmer und sogar mein eigenes Bad mit Toilette und Dusche. Meine Wäsche würde ich auch selbst waschen, aber meine Gastmutter will nicht, dass ich helfe. Immer, wenn ich frage, heißt es „nein, nein du brauchst nicht zu helfen“. Ich bin total froh, dass hier mit frischen Produkten gekocht wird und mir das Essen fast immer schmeckt. Was auch wirklich total super ist, ist dass ich mir immer frisches Obst nehmen kann und sie auch eine große Auswahl haben

Am nächsten Tag ging es für mich schon in die Schule, aber nur um den Stundenplan abzuholen und um ein Passfoto abzugeben. Vor dem nächsten Tag war ich echt total aufgeregt, weil es mein erster richtiger Schultag war! Es verlief aber alles besser als gedacht. In der ersten Woche kam sehr viel auf mich zu, alles war neu, man hatte etwas Angst und es gab Probleme mit der Sprache. Es dauert wirklich seine Zeit, bis man sich hier an den Akzent gewöhnt hat, also darum keine Sorgen machen, das geht jedem so. Als ich dann die Schule, die Familie und die Austauschschüler kennengelernt hatte, wurde alles viel leichter, weil das Umfeld zur Gewohnheit wurde.

Schulleben im Schüleraustaustausch in Spanien

Mein Schulalltag sieht so aus: Ich stehe morgens um 7 Uhr auf, mache mir dann mein Frühstück für die Schule und laufe um 7:30 Uhr los. Die Schule fängt um 8 Uhr an. Schulende ist um 14:30 Uhr. Ich muss sagen, dass es sich bis Schulschluss ganz schön zieht, weil eine Schulstunde 60 Minuten dauert und zwischen der dritten und vierten Stunde eine 30¬minütige Pause ist. Meine Fächer hier sind Mathe, Spanisch, Biologie, Chemie/ Physik, Religion, Englisch, Sport, Philosophie, Geschichte/Geografie und ein Fach, welches einen ganz langen Namen hat, was aber meiner Meinung nach vergleichbar mit Wirtschaft ist.

Meine Mitschüler haben mich am ersten Tag sehr nett aufgenommen und mir auch alles gezeigt, also ich bin wirklich zufrieden mit meiner Klasse. Auch, als ich nicht in der Schule war, haben sich welche nach mir erkundigt, was mich total gefreut hat! Mit dem Verstehen klappt es immer besser, teilweise gibt es Unterrichtsstunden in denen man kaum etwas versteht, aber Spanisch ist auch nochmal etwas anderes als Englisch. Zudem reden die Spanier unfassbar schnell. Es ist jedenfalls schon viel besser geworden und das ist ja schon mal ein gutes Zeichen! Wir waren einmal mit unserer Schulklasse im Stadion, was richtig toll war! Meine Klassenkameraden sind auch total nett zu mir und wir verstehen uns auch gut in der Schule, aber es ist ja klar, dass sie außerhalb von der Schule auch noch ihre eigenen Freunde haben und am Wochenende auch ihre eigenen Pläne haben. Aber ich sitze jedenfalls nie alleine daheim und langweile mich! Ich bin immer mit Leuten unterwegs und wir haben auch immer viel Spaß zusammen!

Freizeit

Am Wochenende bin ich fast immer mit anderen Austauschschülern unterwegs, wir treffen uns entweder am Strand und picknicken dort, gehen in ein Café oder wir gehen abends etwas essen. Hier ist das alles immer relativ spät, da die Zeiten ganz anders sind. Die Stadt Cádiz ist in Neustadt und Altstadt aufgeteilt und ich wohne in der Neustadt, wie fast alle anderen Austauschschüler auch. Die Altstadt ist meiner Meinung nach wunderschön, vor allem die Kathedrale, und es gibt insgesamt viele schöne Gässchen und Plätze. Außerdem gibt es eine Riesenauswahl von Restaurants, Bars, Cafés und Supermärkten und in der Altstadt kann man sich eigentlich gar nicht verlaufen. Zudem spielt sich das ganze Leben abends in der Altstadt ab.

Straße in Cadiz

Nach zwei Wochen fing dann mein soziales Engagement an – das ist ein fester Bestandteil im Schüleraustauschprogramm von Volunta. Ich helfe bei dem Projekt „Solosurf“ und bin total zufrieden damit! Ich bin dort in einer Gruppe mit kleineren Kindern im Alter von ungefähr zwei bis vier Jahren. Mir macht es total viel Spaß mit den Kindern zu arbeiten, weil man weiß, dass man etwas Gutes tut. Natürlich ist es anstrengend und man ist danach platt, aber es ist toll zu sehen, wenn die Kinder auf die Anweisungen hören und die Übungen schaffen und man sie danach loben kann! Es ist immer ein Mentor dabei. Sprachschwierigkeiten gibt es eigentlich nicht, mir fehlt zwar manchmal ein Wort und die Mentoren reden auch recht schnell, aber das bekomme ich hin. Ich finde dieses soziale Engagement auch aus dem Grund sehr gut, da man mal in einen ganz anderen Bereich reinschnuppern kann und die Möglichkeit bekommt, autistischen Menschen zu helfen und sehen zu können, wie unterschiedlich die Probleme von jeder einzelnen Person sind. Ich gehe dort jede Woche immer montags hin.

Höhen und Tiefen

Worüber ich auch super froh bin, ist meine Koordinatorin vor Ort. Sie bemüht sich wirklich total, organisiert Monatstreffen und geht auch mit einem zum Doktor, wenn es einem nicht gut geht. Sie war auch mit mir schon beim Arzt und ist danach auch noch mit mir in die Apotheke gegangen und hat mir nochmal gesagt, wann ich was einnehmen muss. Sie ist total herzlich und lieb und sie gibt sich wahnsinnig viel Mühe bei ihrer Arbeit!

In der Schule kamen dann die ersten Arbeiten auf mich zu. Natürlich solltet ihr versuchen mitzukommen und auch die Hausaufgaben zu machen, aber wenn mal etwas nicht so läuft, hat jeder Verständnis dafür. Außerhalb der Schule habe ich mich jetzt mit noch anderen Austauschschülern bei einem Spanischkurs angemeldet. Die erste Stunde hat schon mal total Spaß gemacht und ich bin total glücklich, dass ich mich dort angemeldet habe, weil wir so viel Neues dazulernen! Es gibt immer mal kleine Tiefs, aber darüber sollte man nicht zu lange nachdenken, sondern sich ablenken, rausgehen oder was unternehmen. Also wenn man mal einen schlechten Tag hat, dann Kopf hoch und der nächste Tag wird besser! Es ist klar, dass nicht jeder Tag perfekt sein kann, aber so ist es auch, wenn man daheim in Deutschland ist. Ein ganz großer Punkt bei mir ist aber auch, dass ich bemerkt habe, wie viel meine Familie und Freunde von zu Hause für mich machen! Wenn ich heimkomme, werde ich so viele Dinge mehr zu schätzen wissen als zuvor.

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