Kulturelle Unterschiede zwischen den USA und Deutschland, die du für deinen Schüleraustausch kennen solltest
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Alice
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Unsere Gastautorin Alice war als US-amerikanische Austauschschülerin in Deutschland und lebt nun hier. Hier berichtet sie aus der Perspektive einer Amerikanerin über kulturelle Unterschiede zwischen den USA und Deutschland, die für deinen Schüleraustausch in Amerika relevant sein können.
Die USA sind bekannt für den „American Dream“ und die optimistische Grundhaltung ihrer Einwohnerinnen und Einwohner. Das Land teilt einige kulturelle Werte und Gewohnheiten mit Deutschland. Das ist kaum überraschend, denn viele US-Amerikanerinnen und Amerikaner haben deutsche Vorfahren.
Trotz dieser hohen Rate gibt es einige kulturelle Unterschiede zwischen den USA und Deutschland. Da ich mit 16 Jahren als amerikanische Austauschschülerin in Deutschland war und jetzt als Erwachsene hier lebe, habe ich viele dieser Unterschiede hautnah erleben können.
Kommunikationsstil - Nutze Small Talk
Eine prägende Erfahrung während meines Austauschs in Deutschland war eine Begegnung, die ich bei meinem ersten Besuch in einem Supermarkt hatte. Als ich an der Kasse stand, fragte ich die Kassiererin, wie es ihr heute geht, eine Frage, die für mich als Amerikanerin im sozialen Kontext vollkommen selbstverständlich und höflich war. Die Kassiererin schaute mich jedoch verwirrt an und fragte erstaunt: „Kennen wir uns?” Dieser Moment war für uns beide offenbar ungewohnt – und auf gewisse Weise lehrreich. Für mich war die Frage Ausdruck von Freundlichkeit und sozialer Offenheit; für sie hingegen schien sie unangemessen persönlich zu sein.
In den USA gehört es zum guten Ton, selbst Fremden beiläufig Fragen wie „How are you?“ oder „How’s your day going?“ zu stellen. Solche Floskeln sind Teil des alltäglichen Small Talks und zielen nicht auf eine ehrliche oder tiefgehende Antwort ab. Vielmehr geht es darum, eine freundliche Atmosphäre zu schaffen und Offenheit im sozialen Miteinander zu signalisieren.
Diese kleine Begegnung hat mir gezeigt, wie stark sich kulturelle Kommunikationsgewohnheiten unterscheiden können – und wie wichtig es ist, sensibel und offen dafür zu bleiben. In deinem Schüleraustausch in Amerika solltest du keine Angst haben, aufdringlich zu wirken und dich ruhig trauen, die Menschen in deinem Umfeld anzusprechen.
Politik - ein heikles Thema
Die USA sind ein Land, das von großen politischen Unterschieden geprägt ist. Anders als in Deutschland gibt es nicht mehrere politische Parteien, die verschiedene gesellschaftliche Interessen vertreten, sondern zwei Parteien: die „Democratic Party“ (eher links) und die „Republican Party“ (eher rechts). Diese vertreten Werte, die sich auf beiden Seiten des politischen Spektrums befinden. Durch das Zwei-Parteien-System wirken politische Themen und Meinungen in den USA aus deutscher Sicht oft zugespitzt.
Politik gilt im Small Talk oft als heikles Thema – eines, das man im Alltag lieber umgeht, um mögliche Spannungen zu vermeiden. Selbst bei geselligen Anlässen oder im Kollegenkreis wird politische Diskussion eher selten ungefragt angeschnitten.
Für Dich im Schüleraustausch ist es wichtig, sich dieser sozialen Norm bewusst zu sein. Auch wenn man an einem politischen Austausch interessiert ist, kann es in den USA schnell als unangemessen empfunden werden, solche Themen in lockeren oder oberflächlichen Gesprächssituationen zur Sprache zu bringen.
3. Vorstellungen zu Geld und finanziellen Themen
Es ist bekannt, dass viele Amerikanerinnen und Amerikaner Wert darauf legen, viel zu arbeiten und möglichst viel Geld zu verdienen. Die Mentalität des amerikanischen Volkes ist stark vom Kapitalismus geprägt, auf dem das wirtschaftliche System der USA basiert. Das heißt, dass materiellen Dingen, einem hohen Einkommen und bestimmten Lifestylefaktoren ein hohen Stellenwert beigemessen wird.
Dies zeigt sich beispielsweise in solchen Situationen: An Stellen, an denen die Deutschen gerne sparen, geben Amerikanerinnen und Amerikaner oft lieber ihr Geld aus. Ein Beispiel hierfür ist das Essverhalten vieler Menschen in den USA. In vielen Familien ist es üblich, mehrmals pro Woche im Restaurant zu essen oder Essen zu bestellen.
Ein weiterer großer Unterschied zwischen der Einstellung zum Thema Geld in den Vereinigten Staaten und Deutschland ist die Nutzung von Kreditkarten. In den USA werden Kreditkarten überall als Zahlungsmittel akzeptiert. Wenn Menschen nicht genug Geld haben, um etwas Bestimmtes zu bezahlen, greifen sie oft zur Kreditkarte. Dies unterscheidet sich stark vom finanziellen Verhalten in Deutschland, denn hierzulande wird oft eher mit Bargeld oder EC-Karte bezahlt.
Fazit
Sicher gibt es noch weitere kulturelle Unterschiede, die du in deinem Schüleraustausch erleben wirst. In unserem FettnäpfchenGuide USA kannst du lesen, was du in den USA besser nicht tun solltest und in diesem Blogbeitrag schauen wir uns noch einmal gängige Vorurteile und Klischees an.
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