Schüleraustausch USA: Freiheitsstaue
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Warum ich einen Schüleraustausch machte und wie es meinen Blick auf die Welt verändert hat

ein Gastbeitrag von Finn

Ein Jahr im Ausland zu leben verändert dein Leben! Sich zu trauen als Schüler:in die Erfahrung eines Schüleraustausches zu machen ist mutig. Vieles kann schieflaufen, es werden Tränen rollen und es wird den Horizont erweitern, auf jeden Fall wirst du es nie bereuen! Diese Erfahrung wird dir niemand nehmen können und dir nirgends erneut ermöglicht.

Zu mir

Ich heiße Finn, ich bin 24 Jahre alt und wohne in Falkensee bei Berlin. Ich habe dort 2016 mein Abitur abgeschlossen und danach ein Jahr mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. als Freiwilliger in einem jüdischen Altersheim in Nizza gearbeitet. Mit dem Gedanken quer durch Südamerika zu reisen, begann ich daraufhin eine Berufsausbildung zum Tischler. Nach zwei Lehrjahren schloss ich mit dem Gesellenbrief ab und flog mit dem ersparten Lohn über den Atlantik. Dort reiste ich sechs Monate, bis die Pandemie ausbrach. Seitdem bin ich zurück in Deutschland und studiere Rechtswissenschaften.

Erfahrungen Schüleraustausch USA

Wie alles Begann

Ich habe in meiner Familie früh gelernt Verantwortung zu übernehmen. Daher wurde ich zum Kapitän in meiner Fußballmannschaft. Ich bekam die Möglichkeit bei FC Energie Cottbus vorzuspielen. Leider scheiterte der Traum eine Profikarriere zu beginnen, mit dem Attest zwei kaputte Innenmenisken zu haben. Mein Traum war geplatzt und dass aufgrund meines eigenen Körpers. Um mich aufzumuntern, fragten mich meine Eltern, ob ich dafür ein Auslandsjahr in den Vereinigten Staaten machen möchte. Ein Gedanke mit dem ich früher mal gespielt hatte.

“Welcome to the United States”

Auf den letzten Drücker bewarb ich mich Anfang Februar für ein High School Year Abroad. Bei Education First bekam ich noch eine Zusage und dann ging alles sehr schnell, eine Gastfamilie lud mich ein bei Ihnen zu leben, ich tauschte mich mit Hilfe von Google Translator mit Ihnen aus und ein halbes Jahr später verabschiedete ich mich am Flughafen von meiner Familie, meiner damaligen Freundin und meinen Freunden. Ich hatte das Glück als Kind viel zu Reisen und es war nicht mein erster Flug allein, ich war aufgeregt und gespannt zu gleich, ein Amerikaner empfang mich am Flughafen Chicago mit den Worten „Welcome to the US“, als ich ihn nach einem Adapter fragte, denn ich prompt geschenkt bekam.

Neue amerikanische Familie

Diese nette Geste berührte mich sehr und mit der ersten Nachricht aus den USA an meine Eltern flossen bei mir die Tränen und stoppten nicht, bis ich in St.Louis landete. Denn ich wollte meinen Gasteltern nicht das erste Mal weinend begegnen. Mir half die Spannung die langsam anstieg, als mir bewusst wurde, dass jetzt vieles anders wird. Heute weiß ich, dass diese Erfahrung mein Leben stark beeinflusste und ich darüber sehr glücklich bin. Meine Gastfamilie ist heute meine amerikanische Familie, ich pflege engen Kontakt und wir sehen uns regelmäßig.

Leben und lernen auf der High School

Die kleine Stadt Greenville, IL mit ihren 5000 Einwohnerinnen und Einwohnern war mir schnell ein neues zu Hause. Ich habe zwar nicht in der Jugendbundesliga gespielt, aber schnell Freunde im High School Soccer Team gefunden. Zusammen trainierten wir jeden Tag nach der Schule. Ich wurde als „German Sensation“ schnell einer der Teamleaders und entwarf mit dem Coach, welcher gleichzeitig mein English History Teacher war, unsere Spielstrategien. Die amerikanische High School erlebte ich als Junior, der 11. Jahrgangsstufe, wie ich sie aus Filmen kannte. Nur das ich jetzt Teil davon war und nicht wusste, ob ich zu den fitten Sportlern gehörte, den strebsamen Nerds oder den immer Ärger bekommenden Klassenclowns.

Woher das Interesse für Südamerika kam

Ich musste mich am ersten Tag in der Schule vor allen 500 Schülerinnen und Schülern im Auditorium vorstellen. Ich war also der „Foreigner“, aber nicht allein, es gab noch einen anderen. Victor ein Brasilianer den ich schon beim Fußballtraining kennengelernt hatte. Ab dem Tag machten wir viel gemeinsam. So lernte ich dazu viel über das Leben in Südamerika.

Viele Perspektiven und eine unvergessliche Erfahrung

Ich könnte noch viele weitere Erlebnisse und Erfahrungen teilen. Doch ich möchte, dass du deine eigenen Erfahrungen machst. Jeder Schülerin und jedem Schüler ergeht es anders, meine kleine Schwester musste aufgrund der großen Gefahr in Südafrika ihr Auslandsjahr abbrechen. Einem Freund wurde angedroht, dass ihm der Mund mit Seife gewaschen wird und ein anderer lebte in einer Villa, oder war es schon ein Schloss?! Doch alle würden wieder diesen Schritt gehen, denn Glück spielt immer eine Rolle, doch verschiedene Perspektiven einzunehmen, Deutschland von außen zu betrachten und damit umzugehen ist eine unvergessliche Erfahrung, die wir in diesem Jahr machten.

Also traut euch, seid neugierig und abenteuerlustig, denn es lohnt sich! Nicht nur, weil du eine andere Sprache lernst, in eine andere Kultur eintauchst, neue Freundschaften schließt oder einen spannenden Eintrag in deinem Lebenslauf hast. Sondern, weil Menschen schon immer reisten, wanderten und neues endeckten. Es ist Teil von uns, mach es zu einem Teil von dir. Viel Spaß und gute Reise. Ich freue mich über Eure Rückmeldungen, Kritiken oder Fragen: finnkuhne@yahoo.de

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