Schule in Brasilien

Schule im Austauschjahr: Brasilien

Obwohl ich anfangs kein Wort Portugiesisch sprechen konnte, wurde ich von Beginn an sehr herzlich in der Schule aufgenommen.

Mein Name ist Hellen, ich habe im Schuljahr 2011/12 einen Schüleraustausch nach Brasilien gemacht. Ab dem ersten Tag ging es für mich auch schon zur Schule. Meine jüngere Gastschwester ging auf dieselbe Schule und hat mir den Weg gezeigt. Da ich zu Beginn noch kein Portugiesisch gesprochen habe, konnte ich dem Unterricht zunächst nicht richtig folgen. Trotzdem hat es mir immer Spaß gemacht, in die Schule zu gehen. Dort habe ich mich mit meinen Klassenkameraden mit Händen und Füßen und Google-Übersetzer verständigen können, und wir haben immer viel gelacht, auch wenn nicht immer jeder jeden verstanden hat.

Schule in Brasilien

Schüleraustausch: Schulsystem in Brasilien

Es gibt in Brasilien die Möglichkeit morgens, mittags oder abends zur Schule zu gehen. Ich hatte von 7 bis 12 Uhr Unterricht, sodass ich am Nachmittag reichlich Freizeit hatte. In der Anfangszeit habe ich all meine freie Zeit dafür genutzt Portugiesisch zu lernen. Auch im Unterricht habe ich ein Buch mitgenommen, mit dem ich die Unterrichtsstunden verbracht habe. Die Unterrichtsfächer waren dieselben wie ich sie aus Deutschland kannte: Biologie, Chemie, Geschichte, Religion, Sport, Portugiesisch, Mathematik, Englisch, Kunst.

Das Schulsystem in Brasilien sieht eine 7-jährige Schulpflicht von 7 bis 14 Jahren vor. Insgesamt gibt es eine 9-jährige Grundschule und 3 Jahre Sekundarschule. Es gibt in Brasilien öffentliche Schulen und private, die meist in katholischer Trägerschaft sind. Diese verlangen Schulgeld. Das Schulgeld variiert stark von Schule zu Schule - viele Austauschschüler, so wie ich, werden dort aber kostenfrei aufgenommen. Ich wurde von Beginn an sehr herzlich in der Schule aufgenommen.

Meine Klassenkameraden und ich

Meine Klassenkameraden haben mit mir gesprochen und ich war auch schon sehr schnell auf der ersten Geburtstagsfeier eingeladen. Ein paar meiner Mitschüler konnten sogar Englisch - die haben mir anfangs viel geholfen und übersetzt. Die meisten Jugendlichen und Erwachsenen haben allerdings nur Portugiesisch gesprochen. Das hat mir wiederum dabei geholfen schnell die Sprache im Schüleraustausch zu erlernen. Nach rund 2 Monaten konnte ich schon Grundlegendes verstehen und selbst kommunizieren. Natürlich habe ich noch viele Fehler gemacht und für den Schulunterricht hat es auch noch nicht gereicht. In der Schule habe ich dann aber nach dem ersten halben Jahr gut mitgemacht.

Generell kam mir der Unterricht entspannter vor als in Deutschland. Zu den Lehrerinnen gab es ein freundschaftliches Verhältnis. Außerdem gab es viele verschiedene Schulveranstaltungen bei denen der Schul-Spirit deutlich wurde. Es gab zum Beispiel einen Sporttag bei dem unterschiedliche Ballsportarten in Teams mit Jungs und Mädchen aus unterschiedlichen Klassenstufen gegeneinander angetreten sind. Es wurde ein kleiner Wettkampf mit erstem, zweitem und drittem Platz zelebriert.

Sommerferien im Winter

Im Dezember waren große Sommerferien. Meine Gastfamilie hat direkt gegenüber der Schule gewohnt, deswegen sind viele Freunde aus meiner Klasse und aus der Klasse meiner Gastschwester mit zu uns nach Hause gekommen und wir haben eine kleine Poolparty zur Einstimmung auf die Ferien gemacht. Nach den Ferien bin ich dann auf eine andere Schule gegangen. So konnte ich den Unterschied zwischen öffentlicher und privater Schule kennen lernen. Bisher war ich auf einer privaten Schule, meine neue Schule war dann eine öffentliche Schule. Mir hat es auf beiden Schulen gefallen. Bei der öffentlichen Schule gab es immer Mittagessen und ich habe ab dem Zeitpunkt Schuluniform getragen. Die Schuluniform bestand aus einem weißen T-Shirt, Pulli oder Jacke mit Schullogo. Außerdem waren die Schule und Klassen größer. Da ich in einer sehr kleinen Stadt gewohnt habe, waren die Unterschiede zwischen den Schulen nicht sehr groß. Teilweise haben sogar dieselben Lehrer unterrichtet.

Auch in der neuen Schule wurde ich sehr herzlich aufgenommen und wurde schnell in einer Mädelsclique aufgenommen. Damals haben meine Freundinnen gesagt „In 10 Jahren besuchen wir dich“. Es fehlen nur noch 4 Jahre und ich bin gespannt, ob sie tatsächlich nach Deutschland kommen. Bis heute haben wir noch Kontakt und schreiben uns via WhatsApp, schicken Bilder oder skypen ab und zu.

Hellen verbrachte ein Austauschjahr mit der Schüleraustauschorganisation AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. in Brasilien.

Informationen zum Schüleraustausch in Brasilien

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