Gemüse in einer Schüssel
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Als Veganer oder Vegetarier in den Schüleraustausch

Du ernährst dich vegan oder vegetarisch und möchtest gerne an einem Schüleraustauschprogramm teilnehmen? Du machst dir aber Gedanken, ob diese Ernährung ein Hindernis für eine erfolgreiche Bewerbung ist oder ob du bei deiner Gastfamilie und im Austauschland damit auf Probleme stoßen wirst? Dann ist das der richtige Beitrag für dich. Wir von austauschjahr.de haben dir hier alle wichtigen Informationen zusammengetragen und geben dir Antworten auf häufige Fragen: 

Kann ich als Veganer oder Vegetarier einen Schüleraustausch machen?

Ja, auf jeden Fall! Nachdem du dich für eine Organisation entschieden hast und die erste Kontaktaufnehme erfolgt ist, wirst du Angaben zu dir machen. Hier solltest du auf jeden Fall auch angeben, dass du vegan bzw. vegetarisch lebst. Das hilft bei der Gastfamiliensuche. Eventuell wirst du so auch eine Gastfamilie bekommen, die vegetarisch oder vegan kocht. 

Werde ich für mich selbst kochen müssen und wie wird die Situation in der Gastfamilie sein?

Nachdem sich eine Gastfamilie für dich entschieden hat, werden sie dein Profil gelesen haben und über die vegetarische oder vegane Ernährung Bescheid wissen. Es ist also keine Überraschung für sie und auch ehemalige Teilnehmende berichten, dass es hier nie zu Problemen kam. Deine Gastfamilie muss jedoch nicht vegetarisch oder vegan leben und darum solltest du flexibel sein. Die Austauschorganisation Partnership International sagt dazu: "Generell gibt es keine Garantie einer vegetarischen oder veganen Gastfamilie. Vegetarisch lebende Familien sind aber grundsätzlich leichter zu finden, als vegane. Grundsätzlich müssen die Schüler flexibel sein, sie müssen zum Beispiel bereit sein, selbst einige vegetarische oder vegane Lebensmittel zu kaufen oder auch mal nur die Beilagen zu essen. "

Marie von Holten von Travelworks bestätigt dies: "Von Seiten des Austauschschülers ist es notwendig, dass er keine hohe Erwartungshaltung hat, Fleischersatzprodukte, wie Tofu-Schnitzel, Hafermilch oder ähnliches zu bekommen, sondern mit gängigen Nahrungsmitteln, wie z.B. Kartoffeln, Reis, Gemüse und Obst zufrieden ist. Zudem ist Toleranz gegenüber Menschen, die sich eben nicht vegan oder vegetarisch ernähren gefragt. Man sollte also kein Problem haben, beim BBQ neben einem Würstchen-essenden Gastbruder zu sitzen."

Alina war als Austauschschülerin in Malaysia, wo es oft Reis mit Gemüse, anderen Beilagen und Fleisch zu Essen gab. Sie hat einfach auf das Fleisch verzichtet und konnte so an allen Mahlzeiten normal teilnehmen. Charlie war in den USA (Michigan) und berichtet, dass sie ab und zu selbst eingekauft und gekocht hat, für ihre Gastfamilie war das aber absolut in Ordnung. Die Austauschorganisation Experiment e.V. bestätigt dies: „Viele Gastfamilien sind nicht mit vegetarischer oder veganer Ernährung vertraut und Fleisch spielt einfach eine große Rolle in ihrem Ernährungsplan. Aber ein Austausch ist auch immer eine Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen, offen zu sein neue Dinge auszuprobieren und zum Beispiel der neuen Familie die eigene Ernährungsweise näher zu bringen, z.B. indem man gemeinsam mit der Familie entsprechende Gerichte zubereitet." 

Gibt es Einschränkungen bei der Länderauswahl?

Vollkommen ausgeschlossen für eine Platzierung ist kein Land. Die Austauschorganisation Treff Sprachreisen antwortet auf die Frage ob es Länder gibt, in die man als Veganer oder Vegetarier keinen Schüleraustausch machen kann, gibt, wie folgt: „Nein. In allen Ländern können Veganer oder Vegetarier platziert werden.“ Jedoch gibt es Länder, in denen es leichter bzw. schwieriger ist, eine Gastfamilie zu finden. Dies hängt mit der unterschiedlichen Verbreitung von Veganismus bzw. Vegetarismus in der Welt zu tun. In Indien, wo der Vegetarismus entstand, ist es zum Beispiel sehr leicht Gastfamilien zu finden. Auch in den meisten Ländern Europas, den USA, Kanada und Neuseeland ist es kein Problem Gastfamilien für Vegetarier oder Veganer zu finden. In Lateinamerika ist der Fleischkonsum generell sehr hoch, dort ist es auch schwieriger eine Gastfamilie zu finden. Du kannst dich dennoch für diese Länder bewerben und es gibt auch dort immer mehr Vegetarier. Toni, die selbst keine Vegetarierin ist, hat 2014 ein Jahr in Costa Rica bei einer vegetarisch lebenden Gastfamilie verbracht. Es ist also auch in lateinamerikanischen Ländern möglich, als Vegetarier oder Veganer Schüleraustausch zu machen. Eventuell musst du dich hier jedoch auf eine längere Wartezeit einstellen, bis eine Gastfamilie gefunden ist. Um dieser längeren Wartezeit aus dem Weg zu gehen, hat sich Charlie vor ihrem Austauschjahr entschieden, ein Jahr in den USA zu verbringen, statt in ihrem Wunschland Argentinien. In skandinavischen Ländern wie Norwegen, Island, Schweden oder Finnland wird sehr viel Fisch gegessen, selbiges gilt für Japan. Ansprechpartner aus den Austauschorganisationen vor Ort geben an, es sei hier besonders schwierig eine Gastfamilie für Austauschschüler und Austauschschülerinnen zu finden, die kein Fisch und keine Meeresfrüchte essen. 

Charlie (2012/13 in den USA) gibt dir einen Tipp:

„Wenn man generell nicht so wählerisch ist, kann man sich auch während des Austausches gut vegetarisch oder vegan ernähren. Hilfreich ist es allerdings, wenn man zumindest nicht darauf besteht, dass das eigene Essen nicht mit Fleisch in Kontakt gekommen ist und dann einfach darum herum essen kann. Da Essen aber auch Teil der Kultur ist und man die beim Austausch ja kennenlernen will, würde ich gelegentlich trotzdem probieren und nicht allzu strikt sein. Insbesondere bei Festessen kann es sehr unhöflich auf die Gastfamilie wirken, wenn man vom Hauptbestandteil der Mahlzeit nicht einmal probiert. Auch bei der Länderwahl sollte man schon ein wenig darauf achten, inwieweit das möglich ist. Wenn man sich zum Beispiel unbedingt vegan ernähren will und keine Ausnahmen machen möchte, sind Südafrika, Japan oder Länder in Lateinamerika vielleicht nicht die beste Wahl.“

Den Worten von Charlie schließt sich austauschjahr.de gerne an. Vegetarische und vegane Ernährung ist definitiv auch in Schüleraustausch gut möglich. Allerdings solltest du dir im Vorhinein ein paar Gedanken bei der Länderwahl machen und damit rechnen flexibel zu sein und teilweise eigenständig eine vegetarische oder vegane Alternative zu kochen oder nur die Beilagen zu essen.

Veganismus und Vegetarismus verbreitet sich immer mehr, jedoch kannst du gerade in ländlichen Gegenden beispielsweise bei deinen Klassenkameraden und Klassenkameradinnen auf Unverständnis treffen, die dich dann immer wieder Fragen warum du keine tierischen Produkte isst. Sieh das nicht als Kritik und begegne diesen Gesprächen mit Offenheit.

Du interessierst dich für den Schüleraustausch? 

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