Freunde im Schüleraustausch
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Dürfen mich meine Familie oder Freunde während des Schüleraustauschs besuchen?

Ein Schüleraustausch ist eine lange Zeit, die du außerhalb deiner Familie verbringst. Du wirst an einem anderen Ort leben, der je nachdem wo du dein Austauschjahr verbringst mehr oder weniger weit von deinem jetzigen Zuhause entfernt ist. Vielleicht verbringst du deinen Schüleraustausch im Lieblingsurlaubsland deiner Familie oder an einem Ort, den deine Familie und Freunde schon immer mal bereisen wollten. Also würde sich so ein Besuch während des Austauschs ganz gut anbieten, oder? In diesem Blogbeitrag erfährst du die Hintergründe, was Austauschorganisationen von solchen Besuchen halten und bekommst Tipps, wie dich deine Eltern oder Freunde trotzdem im Ausland besuchen können.

Keine allgemeingültige Antwort

Ein klares „Nein, während deines Austauschjahrs dürfen deine Eltern oder Freunde dich nicht besuchen“, können wir dir nicht aussprechen. Einige Austauschorganisationen schreiben diesen Punkt in ihren Vertragsunterlagen als feste Regel nieder, andere sprechen lediglich Empfehlungen aus. Ob du damit also die Regeln deines Austauschprogramms verletzt ist pauschal nicht zu sagen. Die meisten Austauschorganisationen handhaben es als „Graubereich“, sie verbieten es nicht strikt, sondern raten davon ab oder entscheiden im Einzelfall.

Nicht empfohlen, weil

Aber warum raten hier so viele Austauschexperten von ab? Zunächst ist ganz wichtig zu sagen, dass ein Schüleraustausch kein Urlaub ist. Du wirst für ein halbes oder ganzes Jahr, in eine neue Kultur eintauchen, Teil einer zunächst fremden Familie werden und einen Alltag leben, der sich meist deutlich von dem in Deutschland unterscheidet. Das ist eine ganz besondere Zeit für dich, auf die du dich voll und ganz einlassen können solltest. Und oft wird der Prozess, den ein Austauschschüler oder eine Austauschschülerin während der Zeit im Ausland durchläuft durch so einen Besuch also unterbrochen. Nicht immer ist die Eingewöhnungsphase leicht, manchmal mit mehr oder weniger Heimweh verbunden. Aber um sich gut in dieses neue Leben einzufinden wird empfohlen sich auf die gegenwärtige Situation zu fokussieren. Ein Besuch von Familie oder Freunde würde dich aus dieser Umgebung rausreißen. Wenn du vorher schon mit Heimweh zu kämpfen hattest, dann wird ein Besuch und erneuter Abschied dieses meist nur verstärken. Aber auch, wenn du dich gut in deinen neuen Alltag eingefunden hast, dann ist es eine seltsame Situation plötzlich zwei Elternpaare (die Gasteltern und deine leiblichen Eltern) um dich zu haben. Du verhältst dich wohlmöglich im Ausland anders als in Deutschland und deine leiblichen Eltern haben meist andere Ansprüche als deine Gasteltern, es gibt andere Regeln und so kann Verwirrung entstehen. Auch plötzlich wieder Deutsch zu sprechen unterbricht meist den Prozess des Erlernens der neuen Sprache. Um dieses zusätzliche Gefühlschaos im Schüleraustausch zu vermeiden, raten die meisten Austauschorganisationen von einem solchen Besuch ab.

Gibt es Ausnahmen?

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Die bestätigen ja schließlich die Regel. Wenn deine Eltern oder Freunde überlegen dich besuchen zu kommen, einen Urlaub in die Region planen oder auch geschäftlich in der Gegend sind, dann ist es nicht pauschal verboten sich zu treffen. Wichtig ist, dass du frühzeitig mit deiner Austauschorganisation darüber sprichst. So könnt ihr gemeinsam abwägen, was die beste Lösung für dich ist. Es ist schließlich dein Schüleraustausch, in dem es vor allem um dich geht, dass du so gut wie möglich in deiner Gastfamilie und im Gastland ankommst. Meist hängt dann die Entscheidung, ob sich für einen Besuch entschieden wird, von der Dauer des Besuchs ab und wie du dich bereits in deinem neuen Leben im Austausch eingefunden hast.

Alternative Möglichkeiten:

Als Alternative zu einem Besuch während des Schüleraustauschs, schlagen wir dir vor, einen solchen Familienbesuch im Anschluss daran einzuplanen. Das ist sicherlich ein besserer Zeitpunkt. So können sich deine beiden Familien kennen lernen. Einige Austauschschülerinnen und Austauschschüler lernen am Ende des Austauschprogramms zusammen mit ihren Eltern noch die Umgebung oder andere Teile des Landes kennen. Das ist ein schöner Abschluss einer solch ereignisreichen Zeit. Eine andere Möglichkeit kann auch sein, zu einem späteren Zeitpunkt zusammen mit den Eltern, der Familie oder Freunden zu dem Ort deines Schüleraustausches zurückzukehren. Für dich wird es eine tolle Erfahrung sein. Oft berichten ehemalige Austauschschüler und Austauschschülerinnen von dem Gefühl „zurück nach Hause“ zu kommen. Und gleichzeitig kannst du nun, mit etwas Abstand, deiner Familie oder Freunden deine Gastfamilie, deine Freunde aus dem Ausland vorstellen und die Umgebung zeigen.

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